CORNWALL 1

Cornwall/Penwith: Sennen Cove, Sunny Corner Lane, Pentire

 

 

 

Die dreißigste Woche unserer Reise: Montag, 27. Mai bis Montag, 03. Juni 2019 –

 

 

 

Seit dem 25. Mai wohnen wir im alten Steinhaus der Malerin Pat Common mit Blick auf die Whitesand Bay und den Leuchtturm von Land‘s End. In Pats kleiner, aber feiner Bibliothek haben wir uns bereits orientiert, in einigen Gedichtbänden gelesen und die Kunstbücher durchgesehen. Hier finden wir in jeder Hinsicht optimale Bedingungen vor: zum Einkaufen (auf dem Sennen-Market), Kochen, Wandern, Malen und Schreiben.

 

Sennen befindet sich auf der westlichsten Halbinsel Englands – zwischen den historischen Künstlerkolonien St. Ives und Newlyn bei Penzance. Bis zur Verwaltungsreform 2009 hieß diese Region Penwith, ein Distrikt, vergleichbar mit den Landkreisen ist Deutschland. Der Name leitet sich von den kornischen Wörtern 'pen' (Landspitze) und 'wyth' (am Ende) ab. Die Landschaft ist geprägt von schroffen Klippen, feinen Sandstränden und einer Weide- und Heidelandschaft, die sich über Granithügel erstreckt. Begünstigt durch das milde Klima wachsen hier auch subtropische Pflanzen und Bäume, z.B. Bananen, Feigen und Palmen. In der Nähe von Land’s End wurden seit vorrömischer Zeit bis ins letzte Jahrhundert hinein vor allem Kupfer und Zinn abgebaut – zahlreiche malerische Ruinen entlang der „Tin Coast“ ziehen heute Touristen und Künstler an. Wie überall in Europa waren es die Eisenbahn, die relativ niedrigen Lebenshaltungskosten und die Vielzahl der Motive, die im 19. Jahrhundert Künstler in diese Gegend brachten. Bedeutende Künstlerkolonien entstanden in Newlyn, Lamorna und später auch in St. Ives. Einige Zeit nach Newlyn war die St. Ives School ein wichtiger Innovator für moderne und abstrakte Kunst, für Maler genauso wie Bildhauer und Töpfer. In unserer Zeit scheint Penwith immer noch ein Paradies für Künstler zu sein; man kann sie in ihren Ateliers in fast jedem Dorf dieser Region besuchen. Daneben finden sich eine Vielzahl von Kunstgalerien und und einige gute Museen.

 

Heute fuhren wir mit dem Atlantic-Coaster-Bus bei offenem Verdeck durch das berauschend schöne Penwith von unserem Wohnort aus nach St. Ives. Dort genossen wir die Stadt am Meer, den Strand, die Kunstsammlung der Tate-Gallery und den Garten der Bildhauerin Barbara Hepworth. Die Künstlergruppe St. Ives Society of Artists verfügt in der Mitte der Stadt über eine repräsentative Galerie - eine alte Kirche. Hier zeigt sie fast das ganze Jahr über Arbeiten ihrer Mitglieder und öffnet die Krypta für Gastasussteller (www. stisa.co.uk).. Was hat uns am stärksten beeindruckt? Wahrscheinlich war es wieder die gewaltige Landschaft und die Sorgfalt, mit der ihre Bewohner auf sie Acht geben.

 

Auf dem Sennen-Market haben wir den kunstfertigen Tier-Portraitisten  Andrew Bibbings aus Newlyn kennengelernt, der vor drei Jahren seinen bürgerlichen Brotberuf aufgegeben hat und seitdem von künstlerischen Aufträgen lebt (www.the-animal-artist.com). Näher bekannt wurden wir mit der in Sennen lebenden Malerin Sara Bevan (sarabevanartist.co.uk), die wir in ihrem Atelier besuchten. Sie erklärte uns einige der Techniken, mit denen sie ihre geheimnisvollen Monotypien erschafft. Gemeinsam mit sechs anderen Künstlern bildet sie die Gruppe der Lands End Guild of Artists (www.landsendguildofartists.co.uk).