SELINITSA 3

Selinitsa in Messenien auf der Peloponnes, Griechenland

 

 

 

Die zweiundsechzigste Woche unserer Reise: Montag, 13. bis Montag, 20. Januar 2020

 

 

 

Mehrmals in der Woche gehen wir ins Dorf Agios Nikolaos hinunter, um bei Katerinas Lebensmittelladen einzukaufen und in Gregg’s Café nach Post zu sehen. An beiden Orten kamen wir schnell ins Gespräch mit Einheimischen und Zugereisten.

 

Valerie und Stuart Allan leben seit 12 Jahren in diesem Dorf – mit ihren drei Katzen und zwei geretteten Hunden. Als wir die große Familie gestern in ihrem Häuschen „Meerkat Manor“ inmitten der Olivenfelder zum Tee besuchten, genossen wir wieder die englische Gastfreundschaft, die wir im vergangenen Jahr zu schätzen gelernt hatten. Stuart schrieb unter dem Namen „Stavros Allanopolis“ einige bestseller (z.B. „It Started With An Ouzo“ und „Waching The Olives Grow“), in denen er launig und sehr persönlich seine griechische Wahlheimat besingt. Auf der kleinen Gartenterrasse in „Meerkat Manor“ erhielten wir zahlreiche hilfreiche Informationen und Empfehlungen für Ausflüge zu alten Kirchen, schönen Aussichtpunkten und Hunde-Spazierwegen (Coco wurde auch in Selinitsa wiederholt von freilaufenden Hunden angegriffen). Stuart fuhr uns in seinem Auto zu einem Amphitheater, das ein Deutscher vor vier Jahren in nahezu klassischer Bauweise mit unglaublicher Fernsicht über dem Meer errichten ließ. Seitdem liegt es versteckt und unbenutzt am Rande eines Bergdorfes; vom Verbleib des Deutschen ist nichts bekannt. Stuart begleitete uns zu einigen wichtigen Straßeneinmündungen, die wir ohne seine Hilfe nicht hätten finden können und vermittelte Kontakte zu Bekannten, die ihr Haus während der Wintermonate günstig vermieten würden … .

 

Die meiste Zeit des Tages arbeiten wir in unserem Haus oder im Garten, denn draußen herrschen tagsüber mit bis zu 17° C angenehme Winter-Temperaturen – in der Sonne kommen wir ins Schwitzen. Während Uta noch immer ihre Eindrücke der Clowns-Auftritte sortiert und malend vertieft, beschäftigen mich stark die Spuren der griechischen Antike, denen wir in Patra, Delphi, Sounion und Athen gefolgt waren. Daneben widme ich mich täglich dem Schreiben. Zusätzlich zum unerlässlichen Tagebuch arbeite ich an biografischen Texten für ein Buch oder einen Katalog.

 

Die Abendstunden gehören der Planung und Organisation des weiteren Verlaufes unserer Reise – vor prasselndem Kaminfeuer. Wir berechnen Fahrtrouten, entscheiden uns für Orte, an denen wir verweilen möchten, schreiben Kontaktpersonen an und versuchen, Unterkünfte zu finden. So werden wir im Anschluss an diesen Aufenthalt in den Mani über Olympia nach Korfu fahren. Von dort aus setzen wir mit der Fähre nach Puglia über, wo wir bis Ende März bleiben möchten. Im April werden wir über Sorrento/Capri und Tusculum auf Firenze zusteuern, um dort unseren Malerfreund Carlo Tarani zu besuchen. Am 14. April, dem Geburtstag meiner Tochter, wollen wir für einige Tage nach Oberbayern zurückkehren.