Μεγάλη Μαντίνεια, Dytikí Máni, Elláda
Die siebente Woche:
Montag, 24. bis Sonntag, 30. November 2025
Wir sitzen fest. Zwar haben sich die schweren Gewitter, die seit Mittwoch für Regen und sinkende Temperaturen sorgten, in die Berge zurückgezogen, aber wir haben uns bis auf weiteres an diesem Ort verfangen.
Uta war gestern zum Markt nach Kalamáta gefahren, hat dort in den dicht besetzten Reihen der einheimischen Fahrzeuge geparkt und fand unserer Auto bei der Rückkehr vom Fischladen ohne Nummernschilder vor. Die Polizei hatte sie abmontiert, mitgenommen und einen triefend nassen rosa Strafzettel hinterlassen. Diese maßregelnden Schritte wurden ausschließlich an unserem Fahrzeug vollzogen, die anderen hundert Autos, die ebenfalls im Parkverbot standen, blieben unbemerkt.
Natürlich wissen wir, dass Fremdenfeindlichkeit nicht nur in Deutschland existiert. Oft genug schon haben sich Griechen uns gegenüber despektierlich über „die Fremden“ oder „die Ausländer“ geäußert, die vorgeblich in unseren beiden so zivilisierten Ländern für Unruhe und Kriminalität sorgen. Diese weltfremden Sprüche sind besorgniserregend, denn hinter ihnen steckt das Potential, Demagogen zu folgen, die die Illusion verkaufen, die eigene Gruppe sei wertvoller und mit mehr naturgegebenen Privilegien ausgestattet als eine andere.
Der Vorzug, in Kalamáta ein Auto im Parkverbot stehen zu lassen, ist ungleich verteilt. Das haben wir verstanden. Nichts aber rechtfertigt die Diskriminierung, der wir uns nun beugen müssen. Als Uta gestern dann mit dem Strafzettel in der Hand beim Κέντρο Εξυπηρέτησης Πολιτών (KEP) erschien, um die geforderten 150 Euro und ihren Führerschein abzugeben (für 20 Tage), traf sie an der Behörde für Bürgerservice nur die Pförtnerin an. Uta wurde aufgefordert, am Montag wieder zu erscheinen. Bis dahin dürfe sie ihr Fahrzeug auch ohne Nummernschilder bewegen, ausschließlich zum Zweck der Hin und Rückfahrt zum Wohnort. Der aber liegt eine gute Autostunde vom KEP entfernt.
Deshalb werden wir unseren Aufenthalt im Haus der Freunde verlängern. Am Mittwoch waren wir dort in den Hügeln von Μεγάλη Μαντίνεια angekommen - heute in der Frühe wollten wir abreisen.
Vieles im Leben, was unerwünscht daherkommt, hat auch seine Vorzüge. Mit einem weiteren Tag in der Einsamkeit wächst die Chance, dass ich das Gemälde fertigstellen kann, das ich hier begonnen habe. Es trägt den Titel: „Endlich der Himmel“. Und wir bleiben noch etwas länger in der Nähe der Künstlerfreunde Linda Cox und Peter Huby, in deren jede Vorstellung sprengenden Mosaikhaus „Prineas“ wir am Donnerstag einen unvergesslichen Nachmittag erleben durften, angefüllt mit interessanten Gesprächen, gutem Essen und erlesenem Kunstgenuss.
Zuhause in Agriakóna wird mich morgen Agím erwarten. Am Vortag unserer Abreise hatte unser albanischer Freund beschlossen, hinter dem Haus die Erde aufzubrechen um ein Zementbett für die Außendusche zu legen. Wir hatten diesen Plan vor einigen Wochen besprochen - ohne Termine zu verabreden. Natürlich habe ich ihm bei der Arbeit geholfen. Voraussichtlich wird es nun einige Tage trocken bleiben. Wir werden sehen, ob Agím morgen wieder kommt.

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