Káto-Rígklia, Dytikí Máni, Elláda
Die neunte Woche: Montag, 08. bis Sonntag, 14. Dezember 2025
Stetig, aber in unvorhersehbaren Formen weitet sich die Pfütze über den auf alt getrimmten Bodenfliesen. Jeden Morgen erinnern sie uns daran, dass vor dem, was wir erblicken und auch vor uns selbst etwas anderes an gleicher Stelle stand. Weit entfernt von den perfekt konzentrischen Kreisen, die mitunter sanfte Wellen ziehen, wenn ein Kiesel in den Teich fällt. So stehe ich allein mit mir unter der Dusche. Das Wasser wird ein Kunststoffrohr passieren und in der Sickergrube landen, die wir vor zwei Jahren in die rote Erde gegraben haben. Sie aber kennzeichnet den Anfang einer Reise, die hinunter zum Meer und dann hinein in die Entropie führt, die erst wieder Information enthält, wenn sich über der Ionischen See Wolken bilden.
Jeder Tag ist angefüllt mit zahllosen Ereignissen, die die immer gleiche Funktion erfüllen. Hierzu zählt auch meine Angewohnheit, Bücher mehrmals zu lesen; seit meinem Geburtstag zwei Gedichtbände von Leonard Cohen. Daneben fliesst meine Kraft in weitere materialistische Tätigkeiten wie dem Reparieren der defekten Geschirrspülmaschine, dem Zusammenzimmern einer neuen Holzverschalung für die Wasserpumpe im Garten, dem Verfassen von Briefen an Freunde und Freundinnen und den Arbeiten an einem Bild für den bald 90jährigen Malerfreund Bernhard Kölbl, der die Künstlervereinigung Murnau mitbegründet hat.
Am Mittwochabend trafen sich wieder in virtueller Runde Kunstschaffende aus Frankreich mit Mitgliedern der europaübergreifenden Gruppe Artists in Motion (AiM), um die Planung für eine gemeinsame Ausstellung im Juni voranzutreiben. Besonders aber freue ich mich über den Wunsch des Europäischen Kunstforums Oberbayern, AiM auszustellen. Für dieses Projekt habe ich lange gearbeitet und stecke nun mitten in einer spannenden Korrespondenz.
Vorgestern begann wieder ein neues Kapitel der Gartenarbeit. Nachdem der handwerklich versierte Freund Agím Mauern und Grund befestigt hatte, konnte ich eine neue Bewässerungsanlage verlegen, während der Sommermonate überlebensnotwendig für den Garten des Παντελεήμων, der unser Häuschen umgibt und uns zur Zeit mit einer Unmenge Mandarinen erfreut. Bevor Uta heute Nachmittag zum Griechischen Tanz nach Stoúpa fuhr, hat sie die goldenen Früchte in Gelee verwandelt.

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Heidi Schoeberl (Mittwoch, 24 Dezember 2025 13:25)
Lieber Gerd, wIr haben etwas gemeinsam. Auch ich lese meine Būcher mehrmals und lasse keine Seite aus. Būcher sind viel zu kostbar um nur einmal gelesen zu werden