AGRIA 3

Káto-Rígklia, Dytikí Máni, Elláda

Die dritte Woche:

Freitag, 30. Januar bis Donnerstag, 5. Februar 2026

 

Und wieder kamen Sturm und Regen über das Land. Die Einheimischen, mit denen wir sprechen, klagen, das Klima verändere sich seit ein paar Jahren - die Winter sind nass geworden. Natürlich wissen wir, dass wir auf der Peloponnes im Paradies leben. Bei milden Temperaturen geht die tägliche Arbeit leichter von der Hand als in Eis und Schnee. Und so war die zurückliegende Woche wieder prall gefüllt mit Videokonferenzen, Malen, Schreiben und dem Korrespondieren mit Galerien, Geldgebern und Kunstschaffenden in Europa.

Einen der zwei trockenen Tage nutzten wir für einen Ausflug zu einigen unserer Lieblingsplätze, die wir schon seit Monaten und Jahren nicht mehr besucht haben; und wir entdeckten auch Neues.

Sonnenschein! Kurzes Frühstück mit Kakao, Kaffee, Orangen, Zimt und Yoghurt. Gegen halb Zehn bringt der Fischhändler Bámpis frischen Oktopus, den ich vorerst im Kühlschrank verstaue. Dann beginnt die Fahrt in Richtung Süden auf nahezu autofreien Straßen.

Erste Station: Kampinári. Hier bewundern wir die teilweise noch aus der Zeit der römischen Besatzung stammenden Mauern der auf ihnen später errichteten byzantinischen Kirche Ágios Nikólaos. Ringsumher begeistert uns ein farbenreiches Blumenmeer und vom Amphitheater aus die weite Sicht über die Ionische See. Außer dem fernen Blöken zweier Schafherden herrscht vollkommene Stille. Leider haben die Stürme der vergangenen Woche zahlreiche Bäume entwurzelt und Äste abgerissen. 

Zweite Station: Nomitsís. Wir besichtigen die mehr als 1000 Jahre alten Fresken in der Kirche Ágioi Anargyroi. Wenig später begegnen wir bei Lagkáda den ersten zaghaft blühenden Mandelbäumen. Zum Abstieg in die Bucht von Liméni nehmen wir die alte Dorfstraße durch Oitylo und unten am türkisblauen Wasser verlassen wir das Auto für einen kurzen Spaziergang. 

Nächste Station: Areópoli, die Stadt des Kriegsgottes Áres. Hier pilgern wir friedlich zur alteingesessenen Bäckerei und schmausen anschließend frisch gebackene Spanakópita auf dem Kirchplatz. 

Dann stoßen weiter in die Innere Máni vor. Uta  wählt bewusst kleine Straßen und Wege. Zum Kaffeetrinken sitzen wir am Nachmittag am Hafen von Geroliménas in der wärmenden Sonne; freilich ohne Flocke, denn die Straßenhunde verbellen sie, sobald sie sich zeigt. Wieder fährt Uta weite Umwege, diesmal zurück in Richtung Akrotírio Tigáni, dem Kap, das sich in der Form einer Bratpfanne so weit ins Meer hinausstreckt, dass wir es an klaren Tagen sogar von unserem Wohnort aus sehen können. Wir passieren scheinbar menschenleere Dörfer, die aber bewohnt sein müssen, denn die meisten Häuser, Anwesen und Türme sind renoviert oder neu aufgebaut. 

Zum Sonnenuntergang sitzen wir glücklich auf dem Balkon vor Utas Atelier. Die Berge verhüllen sich bereits, morgen wird es wieder regnen.

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