AGRIA 4

Káto-Rígklia, Dytikí Máni, Elláda

Die vierte Woche: Freitag, 06. bis Donnerstag, 12. Februar 2026

 

Nach wie vor dominiert der Regen. An Gartenarbeit ist nicht zu denken. Die Tage vergehen über aufwendigem Kochen, Malen, Lesen in Texten von Jannis Ritsos, Video- und Telefonkonferenzen und kontinuierlichem Schreiben. Und einige meiner Bemühungen der vergangenen Monate tragen Früchte. Zwei der zahlreichen Organisationen, bei denen ich mich schriftenreich um finanzielle Unterstützung für unsere Kunstprojekte beworben habe, sagen zu!

In Kooperation mit einigen sonnigen Lichtfenstern und den milden Temperaturen weckt die extreme Nässe in den Olivenhainen Abertausende gelber Ziegenkleeblüten. Uns, die wir unberührt vom klimatischen Wankelmut an jedem Tag mit Flocke am Strand unterwegs sind, verleiten die wenigen Sonnenstunden immer öfter zum Verweilen im Freien.

Am Sonntag ging ich soweit, mich mit Uta in die Strandbar bei Pantazí zu setzen. Nachdem es dem Sturm endlich gelungen war, die Lautsprecheranlage zu demontieren, mussten Wellenrauschen und Vogelgesang nicht länger mit dem impertinenten Hämmern von Einkaufsmusik konkurrieren. Vermutlich begünstigte dieser naturbelassene Zustand einen Rückgang an Konsumenten. Wir sassen fast alleine vor der Weite des Meeres. Erstmals speisten wir deshalb Meeresfrüchte und Gemüse auch vollkommen unbehelligt von Zigarettenrauch. Zum Sonnenuntergang servierte der Himmel dann auf den Unterseiten der Wolken seltene rote und grüne Schatten.

Am nächsten Morgen, gegen vier Uhr, saß ein Uhu auf dem Dach unseres Häuschens. Sonor und metrisch rief er mit tiefer Stimme in die Nacht hinaus, so laut, daß sogar Uta davon erwachte. Früh auf den Beinen nutzten wir die Gunst der Stunde und Uta bereitete endlich wieder eine phänomenale Pizza vor, an der wir zwei Tage lang essen konnten. Aber nur deshalb, weil wir so diszipliniert sind.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0