AGRIA 7

Athína, Attikí, Elláda

Die siebente Woche:

Freitag, 27. Februar bis Donnerstag, 05. März 2026

 

Seht, die Zeit des wilden Spargels ist angebrochen! Wir finden ihn nun jeden Morgen an den geheimen Stellen im Olivenhain. Manchmal reicht die Menge für zwei Omelettes, meist ernten wir aber nur wenige Stängelchen, um damit die Gerichte des Tages zu verfeinern. 

In der Nacht von Freitag auf Samstag hat sich der Regen in die Berge zurückgezogen und gibt seitdem den Himmel für die Sonne frei. Ein großes Glück, denn das Land gleicht einem vollgesogenen Schwamm. Wie bei vielen Nachbarn ist auch bei uns die Feuchtigkeit ins Haus gekrochen. Gestern habe ich einige Stunden investiert, um Schimmelspuren an den Decken und Wänden im Treppenhaus und in Utas Atelier zu bekämpfen. Betroffen waren auch die Rückseiten einiger Bilder, die dort hingen. Nun stehen die frisch gereinigten Werke zum Trocknen in meinem Studio neben dem sechsteiligen Gemälde, an dem ich seit drei Monaten arbeite. Möglicherweise ist das große Bild nun fertig. Das werde ich aber erst erkennen, wenn wir wieder nach Agriakóna zurückkommen.

Vorerst halten wir uns in Athína auf, wo wir wieder in einem Haus unterkommen, das wir bereits von mehreren früheren Wohnungstauschen kennen. Aus den zahlreichen Annehmlichkeiten, die ein Familiennest zu bieten hat, stechen hier die Musikinstrumente heraus, auf denen wir spielen dürfen. Besonders freue ich mich darauf, dass Uta die Passacaglia aus der Suite Nr. 7 in g-Moll von Georg Friedrich Händel intoniert - möglicherweise mehrmals!

Heute Nachmittag führte uns Nemo Nonnenmacher durch das große Künstler-Atelier, das er in der Stadt gemeinsam mit Holly Hewlett betreibt. Die beiden sind noch mit Renovieren und Einrichten beschäftigt und beabsichtigen u.a. auch Residencies anzubieten.

Morgen werden wir die Gelegenheit ergreifen, noch einmal im Archäologischen Nationalmuseum zu zeichnen, bevor dort die für Jahre anvisierten Umbauarbeiten beginnen. Am Abend werden wir einen Abstecher zur Ausstellungseröffnung unseres Freundes Vasíli Karizónis machen und dann zum Flughafen aufbrechen. Dort erwarten wir kurz nach 22 Uhr Utas Mutter. Wir freuen uns sehr auf das Wiedersehen und eine gemeinsame Woche im Olivenhain.

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Kommentare: 1
  • #1

    Hota- Fograscher , Traian (Sonntag, 08 März 2026 11:22)

    Sehr geehrter Herr Lepic,
    Ich habe mich sehr gefreut, über Ihnen zu lesen ,was alles Sie auch , unternehmen, erleben, ich glaube, das Sie diese schöne Zeiten in Erinnerung bewahren und in Ihren Bilder und Bücher
    bearbeiten können. Ich werde mich freuen wenn wir uns (wenn Sie mal wieder zu Hause sind)mal treffen können .Weiterhin wünsche Ihnen viel Erfolg, Gesundheit und alles, alles Gute!
    Mit freundlichen Grüßen,
    Traian Hota-Fograscher.