AGRIA 8

Athína, Attikí, Elláda

Die achte Woche: Freitag, 6. bis Donnerstag, 12. März 2026

 

Jede Begegnung mit Utas Mutter ist ein Gewinn. Hoffentlich wird es noch viele Gelegenheiten geben, von ihr zu lernen, dem Leben mit Zuversicht und frohem Mut entgegenzutreten. Zudem mit einem guten Buch ausgerüstet, integriert sie sich nahtlos in unsere Tagesabläufe.

Am Sonntag versorgte ich MoniOmi mit den Mahlzeiten des Tages und widmete mich dem Schreiben. Die Olivenbäume standen in voller Blüte! Morgens führte Uta Flocke zum Hundetraining nach Stoúpa. Dann konferierten wir per Video mit niederländischen und französischen Kunstschaffenden und gingen einen weiteren Schritt in Richtung einer Großveranstaltung, geplant für 2027. Am Nachmittag nahm Uta ihre Mutter mit zum Griechischen Tanz. 

Den Montag begann ich schon in der Früh mit  Korrespondenzen, vorwiegend für eine Ausstellung in Gouda, die im Frühsommer stattfinden soll. Nach dem Griechisch-Unterricht bestand Uta auf ein Mittagessen im Restaurant; bei Limáni in Ágios Nikólaos blieben die Lautsprecher stumm und es wurden herrliche Sardélles serviert. Am Abend kam die Künstlerfreundin Évi Moustakéa zum gemeinsamen Zeichnen und Malen ins Haus.

Der Dienstag geriet zu einem Ausflugstag. Dem Britischen Frühstück folgte eine Leserunde am Küchentisch; Flocke schlief mit halb geschlossenen Augen. Dann transportierte uns Uta zu den blühenden Blumenwiesen von Kampinári und Ágios Níkon. Dort dominieren Wolfsmilchgewächse, Ziegenklee und Margeriten. Dazwischen erheben sich zahllose weitere Blüten, darunter die der Königskerzen, Storchenschnabel, das strauchige Brandkraut, der Affodill in gelb und weiß, kretischer und violetter Natternkopf und die allgegenwärtige Mariendistel. 

MoniOmi, die als Gast hierher gekommen ist, fallen viele andere Besonderheiten ins Auge. Das Land ist geprägt vom Konsummüll, von Steinen, Olivenbäumen und zahllosen aromatischen Sträuchern. Abgeschlossene und defekte Häuser dominieren die Dörfer; nur wenige Menschen oder Autos sind zu sehen. Hügelige Weiten erstrecken sich entlang der zerklüfteten Meeresküste, zersiedelt und nur spärlich versorgt mit Angeboten für Gesundheit und Konsum. Bei Kampinári begegneten uns die ersten Wiedehopfe.

Gestern ließ ich Uta und MoniOmi morgens vor der Bar Ádis zurück und wanderte mit Flocke von Ágios Nikólaos zurück nach Agriakóna. Die beiden Frauen nahmen den Bus nach Kalamáta, um auf dem Markt frische Lebensmittel einzukaufen. Während ihrer Abwesenheit arbeitete ich sechs Stunden lang an einem großen Gemälde - ein Genuss für Leib und Seele.

Heute lockte uns die Sonne wieder zeitig aus dem Haus, durch die Olivenhaine, den Strand entlang und schließlich nach Kardamíli zum Café Aquarella. Während ich später über meinen Texten saß, kochten Uta und MoniOmi später Marmelade aus Zitronen und Bergamotten. 

Dann durchbrach eine Eilmeldung unsere Idylle: der für morgen in der Früh bei „MycarRentals“ gebuchte Kleintransporter ist defekt. Uta hatte beabsichtigt, das Fahrzeug in der Nähe von Kalamáta zu übernehmen, ihre Mutter zum Flughafen bei Athen zu chauffieren und anschließend in der Stadt ein zerlegtes aber noch immer großformatiges Gartenhaus einzuladen. Seit Wochen hatten wir vergeblich nach einem Transportunternehmen gesucht, das diese Aufgabe übernehmen würde. Die nächsten Stunden füllten wir also mit Korrespondenzen und Telefonaten, leider vergebens. Schließlich meldete sich wieder „MycarRentals“. Das Fahrzeug sei einsatzfähig, solange der Motor läuft. Nach dem Abschalten müsse man eine mindestens dreistündige Wartezeit einplanen. 

Nach einer kurzen Beratung tun wir genau das und bestätigen jetzt die Buchung.

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