Káto-Rígklia, Dytikí Máni, Elláda
Die 11. Woche: Freitag, 27. März bis Donnerstag, 2. April 2026
Freitag. Ich glaube, mein kleiner Hund hat nie zuvor so oft geduscht wie in diesem griechischen Winter. Der Spaziergang in Stoúpa findet im Regen statt; wie finden die Duftwolken trotzdem ihre Wege aus den blühenden Orangengärten? Regen, Gewitter. Am Abend dann: ein fulminanter Sonnenuntergang. Zum Gebrüll des Meeres legt sich Dunkelheit über die Bucht. In Utas Studio arbeite ich bei Festbeleuchtung an einer neuen Collage auf einem Flechtbild.
Samstag. Sonne und Regen. Ich arbeite am Flechtbild weiter. Uta kehrt von ihrer Arbeit mit den Clowns ohne Grenzen von Athína zurück nach Kalamáta. Dort hole ich sie am Abend ab. Vorher noch treffe ich Vasíli im Κεντρο Δημιουρνικου Ντοκιμαντερ, um mit ihm über Malerei und die geplante Ausstellung in Koróni zu diskutieren.
Sonntag. Die Sonne scheint. Viele Schreibarbeiten. Immer wenn ich vor dem Haus den Blick hebe und den Gipfel des Μαυροβουνα erblicke, denke ich an Felix, meinen verlorenen Sohn, den ich so sehr liebe. Während Uta wieder beim Griechischen Volkstanzkurs teilnimmt, wandere ich mit Flocke zur Bar Ádis, die leider wieder geschlossen hat.
Montag. Sonnenschein! Ich informiere alle Teilnehmenden der Ausstellung, die ich in Gouda organisiere, daß ihre Kunstwerke von der Jury akzeptiert wurden. Um 11 Uhr genießen wir die vorerst letzte Unterrichtsstunde mit unserer Griechisch-Lehrerin Sophia. Uta fotografiert die Bilder für die Ausstellung in Koróni, an der wir im Juli teilnehmen werden. Anschließend ist sie geistig beschäftigt. Ich schreibe.
Dienstag. Ein Mix aus Regen und Sonnenschein. Im Garten tummeln sich zwei kräftig gefärbte Stieglitze. Utas PC funktioniert nicht mehr. Sie trifft sich am Nachmittag mit ihrer chinesischen Freundin Mei, um Glasperlen herzustellen. Erst am Abend gelingt es ihr, mir die Foto-Reproduktionen der Bilder für Koróni zu mailen, die ich umgehend an Vasíli weiterleite.
Mittwoch. Es regnet. Ich schreibe. Mittags holen wir unsere Nachbarn Siggi und Wilma ab, um mit ihnen bei Melíssa in Stoúpa Essen zu gehen. Mittelmäßig; nur meine Sardélles waren gut. Anschließend sind wir erledigt, schlafen eine Stunde lang. Nach Monaten der Abstinenz spielt Uta heute wieder auf der Diatonischen, bei Stromausfall und Gewitter. Ich bin glücklich. Später telefoniere ich mit Steve Schaub, um Details für die Ausstellung in St. Brevin abzustimmen, die wir im Juni durchführen werden.
Donnerstag. Es regnet. Kurz nach 9 Uhr brechen wir auf nach Kalamáta. Unterwegs bezahlt Uta in Kardamíli die Wasserrechnung. In der Stadt treffen wir dann Vasíli im Dokumentationszentrum Κεντρο Δημιουρνικου Ντοκιμαντερ und übergeben ihm vier Bilder für die Ausstellung in Koróni. Unsere Gespräche drehen sich um Malerei und Kunstgeschichte. Der Freund ist auf einem Auge erblindet und hofft mit uns auf eine baldige Katarakt-Operation. Später kaufen wir auf der Ágora Oktopus, im Bioladen Dies und Das und treffen die Künstlerfreundin Lee O’Connor mit ihrem Mann zum Lunch in einem asiatischen Restaurant. Am Nachmittag sind wir wieder zuhause in Agriakóna, befreien die treue Flocke und widmen uns diversen liegengebliebenen Arbeiten. Bis 19 Uhr stehe ich freudig in der Küche während Uta unsere Freundin Skhendi besucht. Dann kommen Ursel und Reinhard zum Abendessen. Die beiden oberbayerischen Freunde sind seit 10 Tagen in der Máni und werden am kommenden Montag in unser Häuschen einziehen. Jetzt ist es nach Mitternacht und ich komme zum Schreiben.

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